Sie befinden sich hier: Wirtschaftspolitik / Tarifpolitik
Samstag, 19.05.2012

Details

02 Wirtschaftspolitik > c) Tarifpolitik
  » « 
Freitag, 11.02.2011 10:05 Alter: 1 Jahre
Kategorie: c) Tarifpolitik

Tarifsituation Februar 2011


In der Tariflandschaft ist derzeit nach Ablauf von Vergütungstarifverträgen viel Bewegung. In dem großen Bereich der Elektro- und Metallindustrie besteht noch die Friedenspflicht.

Ein kurzer Überblick:

Haustarif VW'
Die Tarifvertragsparteien VW und die IG Metall haben sich im Februar 2011 geeinigt. So erhalten VW-Mitarbeiter zum 1. Mai dieses Jahres 3,2 Prozent mehr Geld. Zusätzlich bekommen sie eine Einmalzahlung für die Monate Februar bis April. Diese beträgt ein Prozent des Jahresgehalts, mindestens jedoch 500 Euro und maixmal 890 Euro. Damit liegt das Gesamtvolumen des Tarifabschlusses bei 4,2 Prozent. Der Haustarif hat eine Laufzeit von 16 Monaten.

Die IG Metall handelt bei Volkswagen traditionell den Haustarifvertrag für die 96 000 Beschäftigten der sechs deutschen Werke in Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter, Kassel, Emden und Hannover aus. Der neue Abschluss soll auch für die Mitarbeiter in mehreren Tochterfirmen und dem konzerneigenen Finanzunternehmen gelten. Insgesamt sind 100 000 Angestellte betroffen.

Chemie
Ende Februar laufen die Tarifverträge in Nordrhein, Hessen und Rheinland Pfalz aus. Der Vorstand der Gewerkschaft IG BCE will für die bundesweit 550 000 Beschäftigten zwischen sechs und sieben Prozent mehr Lohn herausholen. „Die gesamtwirtschaftliche Lage ist gut, die Chemie steht noch besser da“, begründete Chef Michael Vassiliadis die Forderung. Die Arbeitgeber wiesen den Vorstoß der Gewerkschaft zurück „Die IG BCE schießt mit ihren Forderungen über das Ziel hinaus“, kritisierte der Hauptgeschäftsführer des Chemie-Arbeitgeberverbandes, Hans Paul Frey.

Bauhauptgewerbe
Die IG Bau fordert für 566 000 Mitarbeiter ein Lohnplus von 5,9 Prozent und sieht das als „Nachschlag“ für die Lohnzurückhaltung in der Krise. „Der Aufschwung hält auch in diesem Jahr an. Die Bauwirtschaft wird davon profitieren und erwartet ein stabiles Geschäft“, sagte der stellvertretende Gewerkschaftschef Dietmar Schäfers. Die Arbeitgeber bezeichneten die Forderung als „schlicht zu hoch“.

Deutsche Telekom
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verlangt, dass die Gehälter der 100 000 Telekom-Mitarbeiter um 6,5 Prozent angehoben werden. Die unteren Einkommen sollen um mindestens 170 Euro im Monat steigen. Die Laufzeit des neuen Tarif-vertrages soll zwölf Monate betragen. Konzernchef René Obermann rief die Beschäftigten zur Mäßigung auf. „Man sollte weiterhin mit Augenmaß vorgehen, damit wir auch in zehn Jahren noch gut dastehen“. Mitte Februar treffen sich die Tarifpartner zur nächsten Verhandlungsrunde.

 

Öffentlicher Dienst
Die Friedenspflicht endete bereits am 31. Dezember. Die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Beamtenbund verlangen einen Zuwachs von 50 Euro plus drei Prozent – das macht fünf Prozent mehr. „Ich sehe bei den Ländern keinen finanziellen Spielraum“, entgegnete der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, Hartmut Möllring.

 

Hotels und Gaststätten
Fünf bis sechs Prozent mehr Lohn will die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) für 1,4 Millionen Menschen aushandeln.

Dr. F.-W. Lehmann, Rechtsanwalt Krefeld und Schliersee
Telefon: 0 80 26 - 92 99 10
Mobil: 0172 - 2 99 60 74
E-Mail: dr.lehmann(at)arbeitsrecht(dot)com

Internet: www.arbeitsrecht.com