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Ergebnis der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektronindustrie – Erleichterung über die Verhinderung des drohenden Arbeitskampfes

— abgelegt unter:

Die Arbeitgeber und die IG Metall haben in der Nacht vom 12. auf den 13.11.2008 folgendes Ergebnis erzielt:

Im Schlüsselbezirk Baden-Württemberg hatte die IG Metall nach ihrer Rekordforderung nach 8% mehr Lohn für die bundesweit 3,6 Mio. Metallarbeitnehmer den Start eines unbefristeten Arbeitskampfes ab 13.11.2008 angedroht.

Die Tarifvertragsparteien einigten sich nunmehr auf Tariferhöhungen wie folgt:

1. Tariferhöhung

ab 01.02.2009 plus 2,1%
ab 01.05.2009 plus 2,1%

2. Vorlaufphase November 2008 bis Januar 2009

Einmalzahlung in Höhe von 510,00 Euro als Beteiligung an der zumindest im ersten Halbjahr 2008 noch guten Wirtschaftsentwicklung.

3. Variabler Anteil

Die zweite Erhöhungsstufe um 2,1% ab 01.05.2009 kann mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage des einzelnen Unternehmens um bis zu 7 Monate verschoben werden, wenn der Betriebsrat zustimmt.

Im äußersten Fall greift somit das volle Erhöhungsvolumen von 4,2% erst von Dezember 2009 an, wenn ein Unternehmen wirtschaftlich schwächelt.

4. Variable Pauschale

Zusätzlich erhalten die Metallarbeitnehmer im September 2009 eine weitere Einmalzahlung von 122,00 Euro.

Sie kann aber bei Betrieben mit wirtschaftlichen Problemen entfallen.

5. Altersteilzeit

Die variable Pauschale von 122,00 Euro entspricht 0,4% des Durchschnittslohns für die Zeit von Mai bis Dezember 2009.

Die variable Pauschale (vorstehend Ziffer 4.) steht im Zusammenhang mit dem im September 2008 abgeschlossenen Altersteilzeit-Tarifvertrag, der ab 01. Januar 2010 in Kraft tritt. Ab diesem Zeitpunkt wird der Aufstockungsbetrag von bisher 82% des Vollzeitlohnes je nach Gehaltsstufe auf einen Betrag zwischen 85% und 89% erhöht. Zur Kompensation erhalten künftig nicht mehr 5% der Belegschaft einen Anspruch auf Altersteilzeit, sondern nur noch max. 4%.

Die Kosten aus dem im September 2008 abgeschlossene Altersteilzeit-Tarifvertrag in Höhe von – Inkrafttreten zum 01.01.2010 – werden mit 0,8% der Entgeltsumme an Mehrkosten für die Betriebe beziffert. Im September 2008 einigten sich die Tarifvertragsparteien darauf, dass von dem noch auszuhandelnden Ergebnis der Lohnrunde 2008/2009 0,4 Prozent der durchschnittlichen Entgeltsumme zugunsten der Arbeitgeber berücksichtigt werden.

Daher deckt der Einmalbetrag in Höhe von 122,00 Euro die Zeit bis Dezember 2009 ab. Ab 01.01.2010 geht der Anteil von 0,4% in die Mehrkosten aus dem Altersteilzeit-Tarifvertrag über.

Die Arbeitgeber sind mit diesen Erhöhungen nicht ganz glücklich, haben aber in dem sich weiter abzeichnenden wirtschaftlichen Abwärtstrend versucht, Arbeitskämpfe zu verhindern.

Die IG Metall beurteilte das Tarifergebnis insgesamt als positiv, weil damit der so genannte Verteilungsspielraum aus Inflationstrend und erwartetem Produktivitätsfortschritt zumindest für das Jahr 2009 nicht nur ausgeschöpft, sondern überschritten worden sei.

6. Blick zum öffentlichen Dienst

Das Ergebnis bleibt unter dem Niveau des Abschlusses, den im März 2008 die Gewerkschaft ver.di für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen erzielt hatte. Dort hat ver.di ein Plus von durchschnittlich 5,1% für 2008 und von 2,9% für 2009 durchgesetzt.

Anders als bei Metall waren jedoch im öffentlichen Dienst drei Jahre mit „Nullrunden“ vorausgegangen.

Die nächste Prüfung für ver.di wird sein, wie viel von dem Abschluss mit Bund und Kommunen sich auf die etwa 900.000 Beschäftigten der Bundesländer übertragen lässt. Im Bereich der Länder beginnt die nächste Gehaltsrunde zum Jahreswechsel 2008/2009.

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